Home  ›  Bewerbung  ›  6 Praxistipps für die Bewerbung in Patentanwaltskanzleien

6 Praxistipps für die Bewerbung in Patentanwaltskanzleien

Da ich meinen Bewerbungsmarathon bereits hinter mir habe, folgen hier sechs Tipps aus erster Hand zur Bewerbung in einer Patentanwaltskanzlei.

Die folgenden Informationen basieren auf meinen zwölf Bewerbungen und fünf Vorstellungsgesprächen, sind also mangels hinreichend großem “n” als rein persönlicher Eindruck zu verstehen. Andere Kanzleien können sich natürlich in einigen oder allen Punkten unterscheiden.

Kanzleiauswahl und Kontaktanbahnung

Jede Kanzlei besitzt einen Internetauftritt; eine Google-Suche liefert die entsprechenden Links. Desweiteren sei auf den sehr guten Stellenmarkt im Kandidatentreff verwiesen.

Tipp 1: Die varidian GmbH unterhält eine Liste der Anmeldeaktivitäten aller deutschen Kanzleien. So bekommt man einen ersten Überblick über die Größe der Wunschkanzlei. Allerdings ist die reine Anmeldeaktivität bei weitem nicht der einzige Indikator für den Erfolg der Kanzlei, gibt aber einen ersten Anhaltspunkt.

Ich würde wie bei jeder anderen Bewerbung auch empfehlen, sein Anliegen gezielt an einen Ansprechpartner aus der Wunschkanzlei zu richten.

Viele Kanzleien nennen auf ihrer Homepage einen Recruiting-Kontakt oder veröffentlichen konkrete Stellenangebote mit Ansprechpartnern. Gegebenenfalls gilt es beim Kanzleisekretariat nachzufragen, falls beides nicht vorhanden ist.

Tipp 2: In jedem Fall ist es ratsam, vor dem Abschicken der Bewerbungsunterlagen telefonisch Kontakt aufzunehmen. Das bietet die Chance, einen engagierten Eindruck zu hinterlassen und man kann auch gleich klären, welche Unterlagen gewünscht werden. Eine unangekündigte E-Mail- oder Post-Bewerbung halte ich für weniger elegant.

Tipp 3: Auch wenn in manchen Stellenangeboten konkrete Studienrichtungen gesucht werden, kann es durchaus sein, dass der Ansprechpartner auch an anderen Fachrichtungen interessiert ist (so war es jedenfalls bei mir). Ein kurzer Anruf kann sich also lohnen.

Hat man einen Termin zum Vorstellungsgespräch ergattert, gilt es als nächstes, sich gut vorzubereiten.

Vorbereitung

Dass man top-vorbereitet ins Vorstellungsgespräch gehen sollte, ist selbsterklärend. Man sollte sich also vorher gut über die Kanzlei informiert haben. In jedem normalen Bewerbungsgespräch ist am Ende Zeit für Fragen eingeplant, die man sinnvoll und intelligent nutzen sollte.

Allgemeine Fragen zur Ausbildung sind ok (das könnte der Bewerber sich allerdings auch vorher selbst aneignen), für besser halte ich konkrete Fragen zu Kanzlei und Ausbildungsverhältnis.

Tipp 4: Vorher bei epoline.org ein paar Patente des Interviewpartners recherchieren, um die technischen Schwerpunkte einzuschätzen.

Das Vorstellungsgespräch

Auf allgemeine Tipps zum Verhalten in einem Bewerbungsgespräch verzichte ich an dieser Stelle. Eine Internet-Recherche liefert hierzu eine Vielfalt an Informationen.

Im allgemeinen gelten hier alle einschlägigen Ratschläge:

  • pünktlich sein
  • gut gekleidet sein (Anzug mit Krawatte bei den Herren bzw. Hosenanzug/Kostüm bei den Damen halte ich für Pflicht)
  • einen offenen und interessierten Eindruck machen
  • vorher Fragen überlegen

Alles in allem gilt beim Bewerbungsgespräch meiner Meinung nach:

“Be yourself, everyone else is already taken.” – Oscar Wilde

Persönliche Eindrücke

Die Gespräche liefen in allen von mir besuchten Kanzleien nach dem üblichen Schema ab, d.h. Vorstellung der Kanzlei, Vorstellung des Bewerbers, Fragerunde und dauerten etwa eine Stunde.

Lediglich in einer Kanzlei wurde von mir am Schluss verlangt, in ca. 20 Minuten ein Patent durchzulesen und zusammenzufassen, “was die Erfindung ist“. Ein Studienkollegen von mir bekam eine leere Colaflasche (=Erfindung) und eine zweite Flasche (=Stand der Technik) in die Hand gedrückt und sollte die Erfindung erklären.

Ein paar zusätzliche Punkte

Das Ausbildungsgehalt war in meinen Gesprächen fest von den Kanzleien vorgegeben, es bestand kein Verhandlungsspielraum (vielleicht lag das auch an mir?). Die Münchner Kanzleien, in denen ich mich beworben hatte, unterschieden sich im Gehalt nur geringfügig.

Allerdings zahlten nicht alle Kanzleien ein 13. Jahresgehalt. Teilweise wird ein jährlicher Kanzleibonus ausgeschüttet (meist leistungsabhängig).

Die Gebühren für das Fernstudium in Hagen sowie die Fahrt- und Unterkunftskosten für die Präsenzveranstaltungen wurden (bis auf einen Fall) von der Kanzlei übernommen.

Tipp 5: Klären, ob die Hagen-Kosten von der Kanzlei getragen werden.

Tipp 6:Klären, wie das Amtsjahr finanziert werden kann. Oft besteht die Möglichkeit einer freiberuflichen Weiterarbeit für die Kanzlei, teilweise wird sogar ein Darlehen gewährt (mit allen verbundenen Vor- und Nachteilen).

Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit betrug in den meisten von mir besuchten Kanzleien 40 Wochenstunden. In einer Kanzlei wurde keine feste, sondern eine bedarfsabhängige Arbeitszeit im Vertrag vereinbart.



Dieser Artikel wurde am 07. Apr 2008 unter Bewerbung veröffentlicht und 3,765 mal gelesen.

Leave a Reply

Hilf mit, dieses Wiki zu verbessern: Stelle eine Frage